4 Tipps für die erfolgreiche Vereinsförderung und Sponsorengewinnung

Vereine leben von engagierten Mitgliedern. Doch viele brennen aus, weil zu wenige zu viel tragen und Strukturen nicht mitwachsen. Damit dein Verein stabil und zukunftsfähig bleibt, braucht es klare Prioritäten und gute Rahmenbedingungen. Diese vier Tipps helfen dir dabei, eine solide Basis zu schaffen und den Verein nachhaltig auf Erfolgskurs zu bringen.

Tipp 1: Mitgliederbedürfnisse zuerst

Ein Verein lebt davon, dass sich die Mitglieder darin wiederfinden. Mitglieder engagieren sich nicht einfach, weil sie Zeit übrig haben, sondern weil sie etwas Sinnvolles beitragen wollen, weil sie gehört werden möchten und weil sie merken, dass ihr Einsatz tatsächlich etwas bewegt. Die Frage lautet also nicht: «Wie können wir unsere Ämter verteilen?», sondern: «Wer kann was in den Verein einbringen?» Erfolgreiche Vereinsförderung baut auf den Zielen und Kompetenzen der Mitglieder auf.

Wenn du dir regelmässig die Zeit nimmst, wirklich zuzuhören, entsteht ein Verein, der sich organisch weiterentwickelt. Manche Mitglieder möchten Verantwortung übernehmen, andere wollen sich punktuell einbringen oder nur in bestimmten Bereichen aktiv werden. Wenn du diese Bedürfnisse in die Vereinsförderung einbaust, entsteht eine Struktur, die Menschen stärkt statt überfordert. Das Resultat ist ein gesunder Verein mit Mitgliedern, die stolz auf ihre Rolle sind und motiviert bleiben. Genau das zieht neue Leute an und macht Sponsoren neugierig, weil sie merken, dass dein Verein von innen heraus wächst.

Tipp 2: Vom «Oder» zum «Und»

Viele Vereine verrennen sich in der Frage, was wichtiger ist: Nachwuchs oder Leistungssport? Ehrenamt oder Professionalität? Tradition oder Weiterentwicklung? Die Realität zeigt: Sobald ein Verein versucht, nur auf einen Aspekt zu setzen, verliert er an Balance. Nachwuchsförderung braucht starke Profis als Vorbilder, damit junge Spielerinnen und Spieler sehen, was möglich ist. Leistungssport wiederum braucht Nachwuchs, um langfristig bestehen zu können. Das Gleiche gilt für Ehrenamt und Professionalität. Ehrenamt bringt Herz, Identifikation und Gemeinschaft. Professionalisierung sorgt dafür, dass wichtige Aufgaben zuverlässig erledigt werden, für die sich kein ehrenamtliches Mitglied findet. Wenn du beides kombinierst, entsteht ein Verein, der stabil und zukunftsfähig ist. Du schaffst ein Umfeld, in dem Projekte nicht an Überlastung scheitern und in dem Menschen gerne Verantwortung übernehmen, weil sie spüren, dass alles zusammenspielt.

Tipp 3: Wellenbewegungen annehmen

Jeder Verein erlebt Phasen voller Aktivität und Zeiten, in denen es ruhiger wird. Die guten Momente bringen Erfolg, Sichtbarkeit und Wachstum. Doch auch die Abwärtsbewegungen sind wertvoll. Statt diese Phasen als Rückschritt zu sehen, kannst du sie als Chance verstehen. Wenn das Engagement sinkt, ist es besser, den Verein vorerst bewusst zu verkleinern, als mit einem hohen finanziellen Aufwand eine Struktur zu erhalten, die niemand mehr mitträgt. Diese bewusst gesteuerten Abwärtsphasen sind keine Niederlagen, sondern öffnen die Türe zu neuen Erfolgen, die eintreten, wenn es wieder engagierte Mitglieder gibt, die eigene Ideen einbringen und dem Verein frische Energie geben. Wer Wellenbewegungen akzeptiert und flexibel darauf reagiert, bleibt langfristig stabiler als Vereine, die um jeden Preis an einer einmal aufgebauten Grösse festhalten und nur noch auf einige wenige Mitglieder abgestützt sind.

Tipp 4: Sponsoring durch Erlebnisse statt nur Präsenz 

Als Tischtennisverein in der Schweiz ist es kaum möglich, Logo-Flächen oder Präsenzpakete profitabel zu verkaufen. Ausgenommen an Gönner, für die der wirtschaftliche Gegenwert keine Rolle spielt.

Grössere Budgets können nur mit realem Gegenwert erreicht werden. Tischtennisclubs haben hier die Möglichkeit, exklusive Angebote zu machen, indem sie Events und konkrete Projekte organisieren, zum Beispiel unter dem Patronat des sponsernden Unternehmens.
Ein Jugendcamp, ein Firmen-Turnier, ein Spezialtraining, ein Vereinsfest oder eine kreative Aktion mit Spielern schafft Momente, die Sponsoren, ihre Mitarbeitenden und ihre Kunden emotional abholen. Sie können dabei sein, sich zeigen, mit Menschen sprechen und Teil einer Geschichte werden. Besonders in Sportarten wie Tischtennis, in denen Plattformen begrenzter sind, zählen diese Erlebnisse noch mehr. Sie geben Sponsorinnen und Sponsoren einen realen Gegenwert in Form von begeisterten Kunden und stärkeren Mitarbeiterbeziehungen. Wenn der Verein Wert liefert, entsteht eine Partnerschaft, die wächst, weil beide Seiten davon profitieren und miteinander sichtbar werden.

Über den Autor

Marc Schwitter spielt seit seinem zwölften Lebensjahr Tischtennis. 2011 lancierte er das Projekt VAMOS2020, das den TTC Rapperswil-Jona von der 2. Liga bis in die Nationalliga B führte. Er verantwortete das Sponsoring des Vereins und des nationalen Turniers OBERSEE CUP.

2021 gründete er zusammen mit dem TTCRJ das HOUSE OF TABLETENNIS als 24/7 verfügbare Trainingslokalität für Spielerinnen und Spieler aller Alters- und Leistungsstufen.

Als Initiator des TEAM PING PONG STORY baut er heute eine Förderplattform auf, die ambitionierten Leistungssportlern den Anschluss an die Profikarriere erleichtern soll, mit Infrastruktur, Netzwerk und finanziellen Ressourcen.