Noes Abschied von der Jugend-EM
Erfahrungsbericht von Noe Keusch, Teilnehmer der Jugend-EM 2026 (Gondomar, 10.07–19.07.26).
Für mich war diese Jugend-EM nochmals etwas Besonderes: Es war mein letztes Jahr in der U19-Alterskategorie. Letztes Jahr haben wir im Teamwettbewerb den Aufstieg in die erste Division geschafft, und so durften wir dieses Jahr unter den 16 besten Teams Europas starten. Genau dort wollte ich mit dem Team nochmals alles geben, bevor sich für mich dieses Kapitel schliesst.
«Wir hatten eine brutal schwere Gruppe: Spanien, Schweden, England. Drei knappe Niederlagen, die alle auch anders hätten ausgehen können.»
Unsere Gruppe hatte es in sich. Gegen Spanien, die sich im Turnierverlauf am Ende den dritten Platz sicherten, verloren wir knapp 1:3. Gegen Schweden, die genauso stark waren und später sogar die Spanier schlugen, verloren wir ebenfalls 1:3. Am bittersten war die Niederlage gegen England: 2:3, ein Spiel, das genauso gut in die andere Richtung hätte kippen können.
Damit wurden wir Gruppenvierte und mussten in die Playouts, um den Verbleib in der ersten Division zu sichern. Dieses Spiel gewannen wir, und im Achtelfinal ging es dann gegen Frankreich, die das Turnier am Ende gewannen. Gegen die Franzosen war es extrem schwer, keiner von uns kam an diesem Tag richtig ins Spiel.
Nach weiteren Partien beendeten wir den Teamwettbewerb schliesslich auf Platz 15, was bedeutet, dass die Schweiz nächstes Jahr wieder in der ersten Division startet.
«Nächstes Jahr bin ich nicht mehr dabei, aber die erste Division mit diesem Team zu spielen, hat nochmals extrem viel Spass gemacht.»
Für mich persönlich ist das ein spezieller Abschluss: Ich werde in dieser Kategorie nicht mehr antreten. Umso mehr geniesse ich es, dass wir als Team auf diesem Niveau bestehen konnten.
Danach ging es für mich weiter mit den Einzelwettbewerben, Mixed, Doppel und Einzel. Im Doppel und im Mixed schied ich beide Male bereits in der ersten Runde aus, und beide Male tat das besonders weh. In beiden Partien hatten wir unsere Chancen, im Mixed hätten wir das Spiel durchaus gewinnen können.
Mein Fokus lag danach ganz auf dem Einzel. Weil ich unter den besten 32 gesetzt war, musste ich keine Gruppe spielen. Das gab mir einen freien Tag, den ich zur Erholung nutzen und mich gezielt auf das Einzel vorbereiten konnte.
«Ich konnte das Spiel nicht früher zumachen, aber im siebten Satz hatte ich die Oberhand.»
Die erste Runde spielte ich gegen den Bulgaren Dimitrov Stefan und mit 4:3. Eigentlich hätte ich das Spiel schon früher für mich entscheiden müssen, doch ich brachte den Sack nicht zu. So ging es in den siebten Satz, dort hatte ich dann aber die Oberhand und entschied ihn 11:9 für mich.
In der zweiten Runde traf ich auf den Österreicher Patrick Skerbinz. Nach einem verlorenen ersten Satz drehte ich die Partie und gewann am Ende sehr souverän mit 4:1.
Die dritte Runde war dann Endstation: Gegen den Spanier Luca Khidasheli unterlag ich mit 0:4, er spielte an diesem Tag einfach besser und ich war nicht in Hochform.
Mit diesem Ergebnis sicherte ich mir aber immerhin die Top-32-Platzierung im Einzel, mein bestes Resultat an einer Jugend-EM. Das war natürlich trotzdem schade, aber genau das gehört dazu, man kann nicht immer gut spielen.
«Man kann nicht immer gut spielen. Aber ich habe meine Lektion gelernt.»
Genau darauf will ich jetzt aufbauen. Ich freue mich schon auf das Trainingslager in China, um wieder voll vorbereitet in die neue Saison zu starten. Diese Jugend-EM war mein letztes Kapitel in dieser Kategorie, aber sicher nicht mein letztes grosses Turnier. Ich bin gespannt, wo mich der Weg als Nächstes hinführt, und ich freue mich, wenn ihr weiterhin mit mir mitfiebert.