Elias Hardmeier verpasst die TOP-16-Quali
Vom 2. bis 5. Januar 2026 fand der erste Nationalmannschafts-Zusammenzug des neuen Jahres statt. Die besten Tischtennisspieler der Schweiz kamen zusammen, um sich gemeinsam auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten und um im internen Qualifikationsturnier die Startplätze für das Europe TOP 16 zu vergeben, das 2026 in Montreux ausgetragen wird. Ein Interview mit Elias Hardmeier.
TEAM PING PONG STORY war mit allen vier Spielern aufgeboten. Teilnehmen konnte letztlich jedoch nur Elias Hardmeier. Während Noe Keusch und Numa Ulrich parallel ein Trainingslager in China absolvierten, musste Cédric Tschanz verletzungsbedingt passen. Der amtierende Schweizermeister präsentierte sich in starker Form, scheiterte jedoch denkbar knapp im Halbfinale am späteren Turniersieger Pedro Osiro und verpasste damit die erneute Qualifikation, nachdem er bereits 2023 beim Europe TOP 16 am Start gestanden hatte.
«Diese Niederlage hat mir schnell gezeigt, woran ich arbeiten muss.»
Elias, du verpasst die Qualifikation für das Europe TOP 16 erneut hauchdünn. Was ging dir nach dem Halbfinale durch den Kopf?
Direkt nach dem Spiel war ich natürlich enttäuscht. Die Qualifikation war ein klares Ziel für mich, und entsprechend schmerzt es, wenn es dann so knapp nicht reicht.
Gleichzeitig zeigt sich Hardmeier reflektiert. Niederlagen gehören für ihn zum Leistungssport. Entscheidend ist der Umgang damit:
Ich bin aber froh, dass ich Niederlagen grundsätzlich schnell wegstecken kann. Diese hier hat bei mir eher neue Motivation ausgelöst. Ich wusste ziemlich schnell, woran ich arbeiten möchte, damit ich Anfang Februar wieder bereit bin für die 3. Bundesliga.
Der Weg ins Halbfinale und die entscheidenden Details
Das interne Qualifikationsturnier wurde in zwei Vierergruppen gespielt. Jeder spielte gegen jeden, drei Gewinnsätze entschieden über Sieg oder Niederlage.
Ich habe in der Gruppe gegen Sam Boccard und Mauro Schärrer gewonnen und gegen Loic Stoll knapp verloren. Am Ende hatten wir drei gleich viele Siege, ich wurde aufgrund des besten Satzverhältnisses Gruppenerster.
Das Spiel war sehr umkämpft. Es ging in den fünften Satz, und ich denke, es wäre definitiv möglich gewesen, das Match zu gewinnen.
Was gab letztlich den Ausschlag?
Ich habe zu Beginn des fünften Satzes ein paar unnötige Fehler gemacht. Pedro konnte sich früh absetzen, und dann wird es schwierig, wieder zurückzukommen.
Hinzu kam ein taktisches Element:
Ich hatte Mühe mit seinen Aufschlägen. Meine Rückschläge waren zu harmlos, ich kam nicht richtig ins Spiel und geriet oft früh ins passive Spiel.
Intensität, Qualität, Konkurrenz: der Nati-Zusammenzug
Was unterscheidet einen Nati-Zusammenzug von normalen Trainingswochen?
Der grösste Unterschied ist die Intensität und die Struktur. Wir trainieren zweimal täglich, immer unter der Leitung von zwei Trainern. Durch die grosse Trainingsgruppe rotieren wir viel und haben extrem viele verschiedene Spielpartner.
Gerade diese Vielfalt macht den Reiz aus:
Es motiviert enorm, wenn links und rechts die besten Spieler der Schweiz stehen. Das Niveau ist hoch, jede Einheit fordert dich. Genau das brauchst du, um dich weiterzuentwickeln.
Der nächste Schritt Richtung internationale Spitze
Was nimmst du aus diesem Zusammenzug und dem Qualifikationsturnier konkret mit?
Wenn ich den nächsten Schritt Richtung internationale Spitze machen will, muss mein Aufschlag noch gefährlicher werden. Das ist der einzige Schlag, den der Gegner nicht beeinflussen kann, und genau dort merkt man international grosse Unterschiede.
Auch im Rückschlagspiel sieht er Potenzial:
Gerade kurze Vorhand bereitet vielen Probleme. Da möchte ich mich weiter verbessern, um mich wohler zu fühlen und gleichzeitig gefährlichere Rückschläge spielen zu können.
Knapp gescheitert, näher denn je. Die erneute verpasste Qualifikation ist bitter. Doch sie zeigt auch: Elias Hardmeier ist dran. Das Niveau stimmt, die Abstände sind minimal und die Richtung ist klar.