René Zwald im Gespräch
Das TEAM PING PONG STORY wird ergänzt durch den Tischtennisfotografen René Zwald, der mit seinen Actionfotos die Dynamik des Sports eindrucksvoll einfängt. Schon beim ersten Training entstanden beeindruckende Aufnahmen. Wir haben uns mit ihm unterhalten.
René, stelle dich vor: Wer bist du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich muss ein wenig ausholen. Ich bin nun seit 55 Jahren Tischtennis-Trainer (TTC Horgen) und alle früheren Lehrbücher etc. konnten jeweils nur mit Worten erstellt werden. Ich habe bereits zu meiner Anfangszeit versucht, diese Schriftsätze mit Fotos zu dokumentieren. Dies jeweils mit Standbildern unter Verwendung von Blitzlicht, wobei ich teilweise sogar die Bälle mit Scotchbändern auf die Schläger klebte. 10 Jahre später konnten dann Einzelbilder mit ca. 125/ISO 400 erstellt werden. Dies im Gegensatz zu heute, wo wir Fotografen mit Serienbildern und den Einstellungen von ISO 2200 bis gar 12800 arbeiten können. Aufgrund meiner fotografischen Tätigkeit wurde ich ca. 1990 in das damalige Redaktionsteam des STTV berufen, wo wir uns jeweils monatlich im Bahnhof Bern zu einer Redaktionssitzung trafen. Seit jener Zeit bin ich einer der «Hof-Fotografen» von STT und wurde 2020 zum Ehrenmitglied gewählt.
(zVg: Monika Dörig)
Was reizt dich daran, Sport und speziell Tischtennis zu fotografieren?
Ich finde einfach Actionfotos toll und man muss sich mit der Materie befassen! Nachdem ich 2010 mit «Racketlon» begonnen habe, habe ich mich auch dieser Sparte verschrieben und bin auch dort national und international als Fotograf tätig. Beim Tischtennis ist es für mich zudem sehr interessant, mit den internationalen Top-Stars zusammenzutreffen, wo man einige «Tricks» gezeigt bekommt oder bei Interviews auch Details mitbekommt, die Aussenstehende nie zu Ohren kommen (hier schweigt aber des Sängers Höflichkeit).
Zhang Jike: Zhang hat aus Übermut/Freude beim Sieg des World-Cups die Bande zertrümmert, weil er nicht der Favorit war. Den Titel durfte er behalten, musste aber das Preisgeld von Fr. 10’000.– als Busse abgeben und der Chinesische Verband hat gebeten, dass von diesem «Misstritt» keine Fotos veröffentlich werden sollten. (zVg: René Zwald)
Wie bist du mit TEAM PING PONG STORY in Kontakt gekommen?
Das ist schnell erklärt. Ich kenne Marc Schwitter und «seine» Projekte seit längerem und schätze sein Engagement sehr … und als er mich diesbezüglich anfragte, sagte ich spontan zu.
Du hast bereits mehrere Stunden mit dem Team gearbeitet. Was hat dich besonders beeindruckt?
Ihre Beharrlichkeit und trotzdem immer die «Freude an ihrem Sport» zu haben.
Wie erlebst du die Spieler durch deine Kamera, im Training oder bei Matches?
Training und Wettkampf sind zwei total verschiedene Sessions. Weil ich die Spieler analysiere, kann ich im Wettkampf jeweils ziemlich ansprechende Fotos machen. Hier muss ich aber auf die Befindlichkeit des Spielers achten, denn je nach Spielstand kann ein Fotograf einen Spieler auch irritieren.
Im Training wird es «schwierig», weil sie «neue Sachen» probieren und viele Spässchen machen und ich dann öfters völlig falsch positioniert bin.
Ding Ning: Mit diesem Foto (Augenblick) habe ich beim Wettbewerb 100 Jahre NIKON, Rubrik Sport, den 2. Platz belegt. (zVg: René Zwald)
Tischtennis ist extrem schnell und dynamisch. Welche besonderen Herausforderungen gibt es hinter der Kamera?
Mit den heutigen Profi-Kameras ist die Geschwindigkeit kein Problem mehr. Meistens ist nur das NICHT vorhandene Licht mein «Feind». Aber mit entsprechend (teuren) Objektiven kann man auch dieses Problem meistern. Leider ist es auch oft nicht möglich, von der Position aus zu fotografieren, wo man möchte. National liegt dieses Problem am nicht vorhandenen Platz; international an den Vorschriften für Fotografen. Hier zählt für den Veranstalter nur das «bewegte» Bild, sprich TV!! Dass sie aber anschliessend für die Berichterstattung/Instagram etc. auf Bilder angewiesen sind, vergessen sie oft …
Was macht für dich ein starkes Tischtennisfoto aus?
Der Gesichtsausdruck und die «Bewegung» … ich möchte die Anspannung und Anstrengung sehen!! …. Dies muss ich aber den Frauen immer wieder erklären, denn diese möchten einfach nur ein «schönes» Bild. 🙂
Was motiviert dich, Zeit und Energie in dieses Projekt zu investieren?
Ich möchte mit meinen Fotos einfach Freude bereiten. Den Projektarbeitenden brauchbares Material aushändigen, damit sie gut arbeiten können und den Spielern/Eltern eine bleibende Erinnerung geben.
(zVg: Monika Dörig)
Hast du ein Ziel oder einen Traum als Fotograf, ein Bild, das du unbedingt noch machen möchtest?
Hier muss ich dich leider enttäuschen. Ich habe schon so viele Fotos gemacht und einige Highlights erlebt … DAS Bild, was du meinst, schwebt mir (leider) nicht vor …
Was möchtest du den Fans und Supportern von TEAM PING PONG STORY mitgeben?
Für meine Arbeit? Nichts! Für EUCH: Nur Teamwork wird das Projekt zum Erfolg führen!!
Und zum Schluss: Gibt es ein Motto, das dich in deiner Fotografie begleitet?
So nah ran wie möglich!